Im Zuge der demografischen Zuspitzung bleibt die Mitarbeiterbindung (35 %) auch im diesjährigen HR-Report das Top-Thema. Wie im Jahr zuvor folgen auf den Plätzen 2 und 3, die Beschäftigungsfähigkeit der Mitarbeiter zu fördern und die Arbeitsstrukturen zu flexibilisieren (jeweils 31 %).

Dagegen hält der Abwärtstrend bei der Bedeutung der Top-Themen aus früheren Jahren, Führung ausbauen (15 %) und Unternehmenskultur weiterentwickeln (26 %), weiter an. Für den diesjährigen HR-Report haben Hays und das Institut für Beschäftigung und Employability (IBE) insgesamt 997 Führungskräfte und Mitarbeiter aus Unternehmen befragt.

Um Mitarbeiter zu binden, ist ein gutes Betriebsklima am wichtigsten (54 %). Zudem spielen eine marktgerechte Bezahlung (37 %) und interessante Aufgaben zentrale Rollen (43 %). Doch hapert es bei diesen drei Themen an der Umsetzung.

In Sachen Führung liegt weiter einiges im Argen. Als größte Stolpersteine für Führungskräfte zeigen sich wie in den letzten Jahren die zu geringe Kommunikation (55 %), das mangelnde Loslassen der Mitarbeiter (44 %) und zu wenig Zeit für Führungsaufgaben (43 %).

Diese Werte zeigen, dass die agile Organisation und die mit ihr verbundenen zeitgerechten Führungsrollen noch nicht den Alltag vieler Unternehmen prägen. Ein wichtiger Grund hierfür liegt in den Auswahlkriterien für Führungskräfte: Fachliche Kompetenzen (63 %) liegen hier weit vor sozialen Kompetenzen (37 %). Noch im letzten HR-Report 2019 lagen diese beiden harten und weichen Skills noch eng beieinander.

Der jährlich erscheinende HR-Report analysiert die zentralen HR-Fragestellungen, die Organisationen beschäftigen. Er basiert auf einer Onlinebefragung, an der für den diesjährigen Report 997 Mitarbeiter aus Organisationen im deutschsprachigen Raum teilnahmen.

Befragt wurden Geschäftsführer (19 %), HR-Führungskräfte (16 %), Fachbereichsleiter (42 %) sowie Mitarbeiter ohne Personalverantwortung (24 %).

Quelle: Hays HR-Report 2020